31 – Weck den Digiheld im Team – Interview Sylvia Nickel

31 – Weck den Digiheld im Team – Interview Sylvia Nickel

Weck‘ den Digiheld im Team

Digiheld 100© ist ein hoch komplexer Begleiter. Es dauerte über 300 000 Erfahrungsjahre für seine Entwicklung und rund 30 Jahre im Beta-Test des World-Wide-Web-Lab. Im Mai 2018 schöpfte Produktivitäts-Coach und Berater Sylvia Nickel diesen quirligen Nimmersatt des agilen Selbstmanagements perfekt aus dem Nirwana des Webspace. Seither ist er sichtbar und auch die Gebrauchsanleitung für die zarteste Versuchung der digitalen Arbeitswelt wächst von Tag zu Tag.

Im Team erprobt sich Digiheld 100© und sorgt für Produktivität. Dabei ist es wichtig, einige Eckpunkte zu berücksichtigen. Digiheld 100© ist zwar zu vielem fähig, neigt jedoch zu Überlastung, Ablenkung, Multitasking und ab und an zu einem Tilt. Dies hilft niemandem im Team. Mit einigen wenigen Grundätzen lässt sich die volle Kapazität eines jeden Digiheld 100© voll entfalten.

 

Meine Standards – unsere Standards

Ähnlich wie die Frage »nach meine Aufgabe – deine Aufgabe?« schnell im Mikromanagement einzelner mündet, so gilt es auch für die Team-Standards. Sind diese insbesondere in Bezug auf Information, Kommunikation und Dokumentation gefunden, ist alles gesagt. Nun gilt es, diese Standrads mit den eigenen zu vereinbaren. Die persönlichen Standards anderer im Team sind ihre Angelegenheit. Sie führen allenfalls zum Tilt beim Digiheld.

Bei allen Wünschen nach Standards bewährt sich vor allem für Kopfarbeiter im Projektmanagement der Grundsatz: So viel Standards wie nötig, so viel Freiraum wie möglich.

Beispiel: Im Team kümmert sich einer um Social Media Postings, der andere um Grafiken und der nächste um die Texte. Es nur dann sinnvoll, die verfahrensschritte eines einzelnen Arbeitsgebiets zu dokumentieren, wenn eine Vertretungsfunktion geplant ist. Für alle anderen ist die Information über die Teilschritte, etwa beim Texten von Zielsetzung bis zum fertigen Text irrelevant. Wichtig ist die Definition der Schnittstellen, beispielsweise welche textlänge für die einzelnen sozialen Medien notwendig ist.

 

Nicht alles, was möglich ist, ist produktiv

Bei allen Tools und Gimmicks, die man einsetzen kann (aber nicht muss) gilt eine Frage: cui bono? – Wem nützt es? Nützt es keinem, benötigt man auch das Tool nicht. Nur, weil etwas möglich ist und vielleicht auch von anderen Teams genutzt wird, erhöht es nicht zwangsläufig die Produktivität oder entlastete einzelne. Hier empfiehlt sich, die Frage nach notwendiger Information, Kommunikation und Dokumentation zu stellen.

Beispiel: Die Kollegen aus dem Nachbarteam haben eine Workflow-Tool für sich entdeckt. Endlich weiß, jeder, an welchem Absatz in welchem Dokument der einzelne beschäftigt ist. Notwendig ist dafür das Ein- und Auschecken des Dokuments im Tool bei jedem Arbeitsschritt. – Ist es notwendig, über jeden Arbeitsschritt zu jederzeit bei jedem einzelnen im Team Bescheid zu wissen? Oder lässt sich die lästige Routine des Ein- und Auscheckens der Dokumente nicht schlichtweg zugunsten produktiver Arbeitszeit vermeiden?

Die Produktivität hängt auch von der Tagesmotivation ab. Ein tägliches, kurzes Meeting – auch virtuell – ist hier Stimmungsbarometer und Stimmungsmacher zugleich. Wiederkehrende Reibungsverluste an Schnittstellen lassen sich so auch schnell identifizieren, so dass bei Bedarf nach Tools zur Entlastung gefahndet werden kann.

 

Respekt vor Lebenszeit

Bei jeder Teaminformation oder -kommunikation lohnt sich die Frage »raubt diese Aktion wertvolle Lebenszeit?«. Die Lebenszeit ist das Wichtigste, das jeder Mensch hat. Wertschätzende Zusammenarbeit respektiert die Lebenszeit aller Beteiligten. Also: Schluss mit den E-Mails und Messages á la »ich sag es Euch mal, auch wenn es keinen interessiert.« Hierfür hat Sokrates die berühmten drei Siebe der Nachricht entwickelt, das der Klarheit, das der Wahrheit und das der Notwendigkeit. Weniger ist Mehrwert – für alle, übrigens auch für den Digiheld 100©, denn mit einem schlanken Arbeitsspeicher arbeitet er auch besser.

 

Too long; did’nt read [tddr]

Tipps für Digihelden in agilen und digitalen Teams

  • Definiert eure Standards in Sachen Information, Kommunikation und Dokumentation bzw. Dateiablage
  • Socialize! Räumt euch täglich ein kurzes digitales Meeting ein, um die Stimmung zu sondieren und Euch gegenseitig zu motivieren. Beginnt die Runde mit einem Dank. Aufgabenzuweisung ist hier tabu.
  • Bleibt dynamisch und testet, was Euch entlasten könnte. Habet den Mut eine Lösung auch zu verwerfen, wenn sie mehr Zeit kostet als Ihr dadurch gewinnt.

 

Weitere Informationen:

Website: https://2nc.de/befluegeln/digiheld-100/

Facebook: https://www.facebook.com/Digiheld100/

32 – Nach dem aber kommt die Wahrheit

32 – Nach dem aber kommt die Wahrheit

Zitat:
„Zuerst ignorieren sie Dich, dann lachen sie über Dich. Dann bekämpfen sie Dich. Und dann gewinnst Du!“ -Mahatma Ghand

Literaturtipp: John P. Kotter – Leading Change

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29 – Veränderungen in Schwung bringen

29 – Veränderungen in Schwung bringen

Veränderungen in Schwung bringen 

 

Wie Sie dem Neuen den Schrecken nehmen und Widerstände auflösen

 

Veränderungen werden immer häufiger erforderlich, ob uns das nun lieb ist oder nicht. Die einen können gut mit Veränderungen umgehen, andere haben damit Schwierigkeiten. Da es in Teams aber eine bunte Mischung aus verschiedenen Persönlichkeiten gibt, ist es nahezu unmöglich, Veränderungsprozesse reibungslos durchzuführen. Wenn sie nicht richtig angegangen werden, führt das zu Stress. Stress, der auch irgendwann zu viel werden kann. So passiert es, dass Veränderungen auf immer größere Ablehnung stoßen.

 

Ich werde häufig von Unternehmen beauftragt, in denen ein Veränderungsprozess ansteht. Doch oft haben die Teilnehmer im Seminar keine Klarheit darüber, warum sie überhaupt dabei sind. Es wurde nicht offen kommuniziert, was der Anlass, geschweige denn, was das Ziel der Veranstaltung ist. Dabei wäre so viel Arbeit zu tun, die nun liegen bleibt. So wird es zu meiner Aufgabe, die Kommunikation anzukurbeln, um Klarheit zu schaffen. Sprich ich übernehme das, was viele Führungskräfte leider versäumen. Mit dem Team offen und klar darüber zu reden,

 

  • was ansteht,
  • wie der Veränderungsprozess ausschauen wird,
  • was es dazu braucht, dass das Ganze funktioniert,
  • und den Mitarbeitern auch die Möglichkeit zu geben, mögliche Bedenken zu äußern, oder Zweifel, Ängste.

 

Viele Führungskräfte haben das Gefühl, dass sie ihren Mitarbeitern nur vollendete Tatsachen mitteilen dürfen. Doch diese Annahme führt oft dazu, dass sich die Mitarbeiter außen vorgelassen und schlecht informiert fühlen. Man versteht dann nicht, wofür die Anstrengung und Mehrarbeit nötig sind, und stellt sogar die Notwendigkeit in Frage. Wer keine Antwort auf offene Fragen bekommt, beantwortet sie sich selbst mit dem, was vorstellbar ist. In vielen Unternehmenskulturen ist das nichts Gutes und sorgt für Widerstände. Motivation und Stimmung im Team leiden und führen zu Blockaden schon zu Beginn des Veränderungsprozesses. Das habe ich unzählige Male erlebt.

 

Wie finden wir also den richtigen Einstieg in den Prozess?

 

Ich gehe davon aus, dass die beabsichtigten Veränderungen wichtig und dringend sind, sogar drastisch sein können. Und darüber gilt es, von Anfang an offen zu sprechen. Es darf jedem Teammitglied klar sein, wie die aktuelle Lage bewertet wird, und was eine Veränderung erforderlich macht. Oft wird hinter verschlossenen Türen die kritische Lage des Unternehmens besprochen und welche Konsequenzen drohen, wenn nicht mit angemessenen Veränderungen darauf reagiert wird. Die gute Absicht, die Belegschaft nicht zu verunsichern, bewirkt aber gerade im Gegenteil negative Stimmung. Irgendwie schaffen es nach meiner Erfahrung fast immer vertrauliche Informationen in die Gespräche auf den Fluren. Mitarbeiter haben ein viel größeres Gespür dafür, dass etwas „im Busch“ ist, als Führungskräfte sich das oft vorstellen können. Transparenz eröffnet die Chance, bei den Mitarbeitern Vertrauen aufzubauen, weil sie

 

  1. ins Vertrauen gezogen werden – Offenheit und Vertrauensvorschuss bewirken dies.
  2. an der Lösung beteiligt werden, d.h. das Signal erhalten, dass ihnen etwas zugetraut wird.

 

So entsteht die Motivation, die Sie benötigen, um von Beginn an alle im Boot zu haben. Aber rechnen Sie trotzdem damit, dass eine Art Schock eintreten könnte, dass man lieb gewonnene Pfade verlassen muss. Die beherrscht wurden, während das neue Verfahren noch nicht klar ist und eher verunsichert als zuversichtlich stimmt. Wichtig dabei ist es, sich als Führungskraft eingestehen zu können, dass man nicht auf jede Frage eine Antwort hat. Es ist eine oft erlebte Vorstellung, dadurch Stärke beweisen zu müssen, dass man über alles Bescheid weiß. Dabei ist es das Normalste auf der Welt, dass eben das in veränderten Situationen und bei der Einführung von Neuerungen nicht immer möglich ist. Und die Fähigkeit das einzugestehen sorgt für eine starke Vertrauensbasis auf der persönlichen Ebene. Diese können Sie noch verstärken, indem Sie die Einwände, Sorgen und Ängste, die im Team geäußert werden, nicht versuchen zu beschwichtigen und weg zu diskutieren. Vielmehr sollten Sie diese aussprechen lassen und im weiteren Prozess immer wieder berücksichtigen und wertschätzend ansprechen. Widerstehen Sie der Versuchung, mit halbherzigen, spontan ausgedachten Lösungsvorschlägen zu antworten. Sondern hören Sie erst einmal gründlich und aktiv zu. (Detailliertere Hinweise dazu finden Sie in der Episode 27 meines Podcasts.) Kommunizieren Sie, dass sie gemeinsam mit dem Team auch dafür eine Lösung finden möchten und dass Sie sich mit der Thematik beschäftigen werden.

 

Fassen wir noch einmal zusammen: in der Startphase von Veränderungsprozessen kommt es darauf an, dass Sie mit Verwirrung und Ablehnung einen guten Umgang finden. Dazu empfehle ich Ihnen

 

  1. (Er-)Klären Sie die Notwendigkeit dafür, dass etwas geändert werden muss.
  2. Informieren Sie rechtzeitig und gleichmäßig, um die Gerüchteküche zu entkräften.
  3. Nehmen Sie Einwände, Sorgen und Ängste Ihrer Mitarbeiter ernst.
  4. Bleiben Sie bei aller Ablehnung und Widerstand wertschätzend.

 

Wenn Sie darüber nachdenken, wie Sie anstehende Veränderungen in Ihrem Team oder Unternehmen einführen können, schreiben Sie mir eine Mail oder rufen Sie mich gerne an und wir vereinbaren ein kostenloses Strategiegespräch, wie auch Ihnen das erfolgreich und möglichst ohne Reibungsverluste gelingen kann.

27 – Wer fragt, der führt

27 – Wer fragt, der führt

Wer fragt der führt 

 

Wie Sie Ihr Team von Problemen zu Lösungen führen

 

Gehören Sie auch zu den Führungskräften, die es gerne sehen würden, dass das Team mehr mitdenkt, aufhört das Problem zu bewundern und der Fokus mehr auf Lösungsorientierung liegt? So wie ein Abteilungsleiter, der von mir wissen wollte, wie er sein Team dazu bringt, mehr Initiative zu zeigen. Neben der besonderen Lage sprachen wir auch über seine Kommunikation. Es stellte sich heraus, dass er bei vielen aus dem Team nur annahm, sie richtig zu verstehen. Außerdem nannten sie ihm eine Reihe von Gründen für die bestehenden Probleme, machten aber keine Lösungsvorschläge. Es gilt: “Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe.”

Was können Sie tun, um diese Situation aufzulösen?

Fragen Sie richtig und hören Sie aktiv zu.

 

Aktiv zuhören

 

Aktives Zuhören bedeutet zuzuhören, um zu verstehen, und nicht, wie das so oft der Fall ist, um zu antworten. Wenn ich aktiv zuhöre, dann signalisiere ich meinem Gegenüber zum einen eine Form von Wertschätzung, da ich ihm vermittle, dass mir seine Ansicht und seine Meinung wichtig ist und dass ich Wert darauf lege, mir diese einzuholen. Außerdem vergewissere ich mich, wo der andere steht, und dass ich ihn dort  richtig abholen kann.

 

Wie funktioniert das? 

 

Zeigen Sie sich interessiert und zugewandt mit ungeteilter Aufmerksamkeit. D.h. Ablenkungen eliminieren, Blickkontakt halten, und sich durch Körpersprache, Gestik und Mimik aufmerksam und interessiert zeigen. So vermitteln Sie, dass die Ansicht ihres Gesprächspartners von Bedeutung ist.

 

Stellen Sie Fragen für ein besseres Verständnis. Durch das Nachfragen signalisieren Sie, dass Sie noch mehr zu der Ansicht ihres Gegenübers wissen wollen. Aber Vorsicht! Achten Sie darauf, ob sich Ihr Gesprächspartner nicht in Frage gestellt fühlt, obwohl Sie interessiert hinterfragen wollten. Wenn Sie diesen Eindruck haben, ist es ratsam, dies unmittelbar zu spiegeln und die (ehrliche) Absicht klarzustellen.

 

Fassen Sie kurz in eigenen Worten zusammen, was sie verstanden haben, das Ihnen Ihr Gesprächspartner vermitteln möchte. So stellen Sie sicher, dass Sie alles richtig verstanden haben, und signalisieren somit außerdem, dass sie ihm durchgängig aufmerksam zugehört haben.

 

Halten Sie Ihre eigenen Ideen, Kommentare und Meinungen zuerst einmal zurück und reagieren Sie nicht sofort. Dies könnte sonst im schlimmsten Fall Ihrem Gegenüber Desinteresse zeigen, und dass Sie seine Inspiration und Ideen in Frage stellen.

Ein weit verbreitetes Gift für wertschätzende Kommunikation ist das weitverbreitete „ja aber“, da es eine sehr abwertende Wirkung hat. Beobachten Sie einmal bei sich selbst, in welcher Dosierung Sie dieses Gift abgeben, und reduzieren Sie es gegebenenfalls.

 

 

Der Nutzen des aktiven Zuhörens

 

Aktives Zuhören bewirkt, dass unterschiedliche Meinungen gleichwertig nebeneinander stehen bleiben können. Wenn es um Meinungen geht, sollte es kein hierarchisches Gefälle geben. Genau diese wertschätzende Haltung anderer Meinungen gegenüber erzielen Sie, indem Sie Ihrem Gegenüber das Gefühl geben, wichtig zu sein.

 

Ideen, Meinungen und Zweifel kommen zu Wort, ohne gleich kommentiert zu werden. Das ermutigt auch Introvertierte, sich zu äußern und mitzuteilen, und schafft zudem Transparenz, die die Qualität von Entscheidungen und Kooperation erhöht. Wenn Entscheidungen getroffen werden, sollten diese nachvollziehbar gemacht werden und geäußerte Einwände angemessen berücksichtigen, um zu zeigen, dass diese sehr wohl einbezogen wurden.

 

 

Wie frage ich richtig?

 

Vermeiden Sie geschlossene Fragen. Fragen, die nur mit Ja oder Nein beantwortet werden können, begrenzen die Antwort Möglichkeiten Ihres Gesprächspartners, während Sie eigentlich eine ausführliche Meinung Ihres Gegenübers hören möchten. 

Stellen Sie stattdessen offene Fragen. Diese ermöglichen es sehr offen zu antworten und Ihrem gegenüber sich zu konkretisieren.

Sie können außerdem Fragen stellen, die zur Orientierung dienen. Wie zum Beispiel: Was ist wichtig für Sie? Was wollen Sie erreichen? Woran machen Sie das fest?

Probieren Sie außerdem, Fragen zum Perspektivwechsel zu stellen. Wie zum Beispiel: Was wäre das Beste/ Schlimmste, was passieren könnte? Was würde X dazu sagen? Was würden Sie an meiner Stelle tun?

Mit der richtigen Art von Frage können Sie Ihre Mitarbeiter auch aktivieren, um ins Handeln zu kommen. Zum Beispiel: Was könnte ein erster Schritt sein? Was könnte ihr Beitrag sein?

Um mögliche Widerstände aus der Welt zu schaffen, stellen Sie Boykott-Fragen, um diese zu beseitigen. Zum Beispiel: Was könnte uns davon abhalten, das Problem zu lösen/das Ziel zu erreichen? So verhindern Sie Zielkonflikte, die durch unbekannte Hindernisse entstehen.

 

Gespräche mit Fragen zu führen braucht Übung und ist nützlich, um zu (gemeinsamen) Ergebnissen zu kommen. Das gilt für Mitarbeitergespräche, Meetings, Verkaufsgespräche und vieles mehr. Wenn Sie sich oder Ihre Mitarbeiter in der Gesprächsführung weiterbringen möchten, schreiben Sie mir unter mail@oliver-beyer.de oder rufen Sie mich an unter 01525/3500053 und vereinbaren einen Termin zur kostenlosen Erstberatung. Darin entwickeln wir gemeinsam eine auf Ihren Bedarf zugeschnittene Strategie, wie Sie und Ihr Team zu effektiveren Gesprächen kommen.

 

25 – Führen mit Vision

25 – Führen mit Vision

Führen mit Vision

Wie sie als neue Führungskraft Widerstände auflösen.

Stellen Sie sich vor, die Führungsebene Ihres Unternehmens wird zu großen Teilen ausgetauscht. Da kommen schnell Gedanken daran auf, dass die abgelöste Führungsmannschaft nicht das richtige getan haben könnte. Und es stellt sich die Frage, wohin die Reise jetzt wohl gehen könnte. So erlebt mit einer Gruppe in einer Führungskräfteentwicklung. Die Wahrnehmung der Teilnehmer war, dass ihr Mitwirken im Sinne der Kultur nicht mehr gewünscht war. Daraus schlossen sie, dass die alte Vision nicht mehr gilt, eine neue war nicht in Sicht. Unzufriedenheit war die Folge.

Was ist mit Vision gemeint? Wir verstehen darunter ein positives Bild der Zukunft, mit dem Orientierung geschaffen wird. Sie dient einer allgemeinen Richtungsbestimmung, und stellt ein abstraktes Bild des angestrebten Erfolgs und des Zusammenwirkens der Kräfte dar. Viele Teams arbeiten aber leider ohne Vision. Nicht, weil es keine gibt, sondern weil sie von den Führungskräften nicht klar kommuniziert wird, wie auch in meinem erlebten Beispiel.

Eine Vision sollte zudem auch Motivation stiften, und sie kann Mitarbeitern dabei helfen, sich mit der eigenen Rolle besser zu identifizieren. Sie hält uns vor Augen, welchen Beitrag wir für unser Team oder unser Unternehmen leisten, ganz gleich auf welcher Ebene.

Es geht also nicht nur um Unternehmensvisionen, sondern auch darum, wie Teams sich die Zusammenarbeit vorstellen, um ein erfolgreiches Team zu bleiben oder zu werden. Durch falsche oder fehlende Kommunikation über Visionen kann es in der Zusammenarbeit schnell dazu kommen, dass die Teammitglieder den Fokus, warum sie ihre Arbeit verrichten (sollen), verlieren, und somit ihre Position und auch ihre eigene Identifikation in Frage stellen.

Visionen sind langfristig angelegt und dienen als Grundlage für die Entwicklung von Strategien, wie diese positive Zukunft zu erreichen ist. Aus der Strategie werden die kurzfristigeren Ziele entwickelt, für die Budget aufgestellt und genehmigt werden. Ziele und Budgets können auch ohne Vision entwickelt werden. Aber dann ist nicht sicher gestellt, dass die Bemühungen aller Kräfte, Initiativen, Projekte einer gemeinsamen Vorstellung dienen. In der Folge besteht die Gefahr, dass Motivation und Engagement verloren geht und Mitarbeiter im schlimmsten Fall in die innere oder tatsächliche Kündigung gehen.

Kriterien für eine wirksame Vision

Damit eine Vision tatsächlich effektiv ist, muss sie nach John P. Kotter 6 Kriterien erfüllen:

  1. Vorstellbar – d.h. gut verständlich und nachvollziehbar. Wenn dies nicht erfüllt ist, ist mit Ablehnung oder wenigstens Gleichgültigkeit im Team zu rechnen. Vermeiden Sie also komplizierte und theoretische Ausdrucksweisen. Fassen Sie sie in einfache Sprache. Verbinden Sie sie mit einer Visualisierung. Denn ein Bild sagt bekanntlich mehr als 1.000 Worte und prägt sich besser ein. Damit ist das Team besser auf die gemeinsame Richtung fokussiert.
  2. Erstrebenswert -und zwar für das eigene Team, für Kunden und alle Arten von Stakeholdern des eigenen Unternehmens. Sie sollte eine gute Antwort darauf geben, was der Beitrag zu einem nachhaltigen Nutzen ist, den die so angesprochenen leisten sollen und dürfen. Eine erstrebenswerte Vorstellung stiftet Motivation von innen und von außen und vermeidet oder beseitigt Ängste und Unsicherheiten.
  3. Machbar – Die Vorstellung der Vision darf nicht zur Diskussion führen, wie realistisch umsetzbar sie ist. Ähnlich wie bei der Formulierung von Zielen kommt es auf eine gute Balance zwischen ausführbar und ambitioniert an. Sorgen Sie also bei der Gestaltung der Vision dafür, dass immer klar ist, dass und wie die Umsetzung auch möglich ist. Das gelingt leichter, wenn Sie Analogien verwenden, z.B. eine Regatta segeln, einen Berg besteigen oder ein Haus bauen. In solchen Bildern stecken viele Motive, die Machbarkeit signalisieren.
  4. Fokussiert – enthält ausreichend konkrete Aussagen, um Entscheidungen vorzubereiten und zu erleichtern. Die Richtung, in die alle an einem Strang ziehen sollen, sollte unmissverständlich ausgedrückt werden. Worum geht es im Kern?
  5. Nicht zu eng formuliert – Entscheidungsspielräume sollten eingeräumt und definiert sein. Wenn nicht jeder Schritt detailliert vorgegeben wird, bleibt ausreichend Spielraum für das Reagieren auf täglich neu auftauchende Fragestellungen, die die zunehmende Komplexität unserer Welt immer zahlreicher und schneller erzeugt.
  6. Leicht kommunizierbar – sollte innerhalb von ca 5 min darstellbar sein. Wenn dies nicht möglich erscheint, prüfen Sie Vereinfachungsmöglichkeiten, damit die Vision leichter verstanden werden kann. Vielleicht ist auch das von Ihnen verwendete Bild nicht klar oder aussagekräftig genug. Selbst große Unternehmen formulieren Visionen oft in einem Satz, der sofort klar macht, was sie erreichen wollen.

Wie arbeiten Sie als Führungskraft mit der Vision?

  • Regelmäßig wiederholen, immer wieder thematisieren, damit die darin enthaltene Orientierung Einzug in den Alltag hält und in den Fokus des Teams kommt.
  • Gemeinsam mit dem Team weiter entwickeln, um Motivation und Dynamik zu steigern.
  • Regelmäßig auf den Prüfstand stellen und ggf. an neue Anforderungen und Rahmenbedingungen anpassen, damit sie Gültigkeit und Aussagekraft beibehält.
  • Neuen Teammitgliedern vorstellen und so eine schnellere und effektivere Integration erreichen.

Um die zahlreichen Vorteile des Führens mit Vision für Ihr Team zu entdecken, stehe ich Ihnen gerne zur Seite. Melden Sie sich auf einem meiner zahlreichen Kommunikationskanäle und vereinbaren Sie eine kostenlose Erstberatung mit mir. Ich freue mich auf Sie!

24 – Wie Sie kreative Blockaden überwinden

24 – Wie Sie kreative Blockaden überwinden

Wie Sie kreative Blockaden überwinden

 

3 Ansätze für innovative Lösungsideen

 

In Seminaren treffe ich in der Regel auf verschiedene Charaktere. Da gibt es kreative Köpfe ebenso wie eher lösungsorientierten Macher oder skeptische Denker. Unterschiedliche Denkweisen ziehen verschiedene Erwartungen an unser Seminar nach sich. Unser Fokus liegt dabei darauf, sich neu zu positionieren, sich neu zu formieren oder erfolgreich in einem Change-Prozess zu erneuern. Egal, ob kreativ, lösungsorientiert oder skeptisch, jeder hat auch seine blockierenden Denkmuster. Wie Sie diese lösen können und gleichzeitig die verschiedenen Persönlichkeiten im Team so zusammenführen können, dass sie gemeinsam innovative Lösungen entwickeln können, dazu gebe ich ihnen heute 3 Lösungsansätze.

 

1. Assoziation und Kombination

 

Die landläufige Vorstellung, kreative Ideen entstünden aus dem Nichts, ist meist nicht zutreffen. Ideen entstehen viel häufiger, indem wir Bekanntes betrachten, Assoziationen bilden, die uns dazu einfallen, und neu kombinieren.

 

Die einfachste Technik dafür ist das bekannte Brainstorming – den meisten bekannt, doch oft mangelhaft umgesetzt. In der vorangegangenen Episode 23 meines Podcasts beschreibe ich, worauf Sie achten sollten und wie Sie ein Brainstorming erfolgreich durchführen. Hören Sie doch gerne mal rein.

 

Wenn kritische und skeptische Gedanken das Team beherrschen, ist wahrscheinlich die Flip-Flop-Methode die bessere Wahl. Diese startet mit einer Sammlung von negativen Assoziationen („Was können wir alles falsch machen, damit es (noch) schlimmer wird?“) und kehrt diese dann in positive Ideen um, weshalb diese Folge auch als Kopfstand-Methode bezeichnet wir. Mehr über diese Methode und wie Sie sie anwenden, finden Sie in der allerersten Episode dieses Podcasts. Auch hier hören Sie gerne noch einmal rein. 

 

Wenn Sie fürchten, dass die Gruppe zu viel oder zu wenig Diskussionsfreude an den Tag legt, ist das Brainwriting vielleicht ein guter Ansatz für Sie, z.B. nach der 6-3-5 Methode. Hierzu bilden Sie ein Team (oder mehrere) aus 6 Mitgliedern, die innerhalb von fünf Minuten mindestens 3 Ideen zu einer Fragestellung sammeln. Diese kann man in weiteren fünfminütigen Runden jeweils auf einander aufbauen lassen und miteinander kombinieren. Die Praxis zeigt, dass dieses Vorgehen in kurzer Zeit sehr produktiv ist.

 

Falls Sie Probleme organisatorischer Natur haben und ihnen nicht die Möglichkeit gegeben ist sich zu treffen, um Ideen zu sammeln, schlage ich Ihnen das Collective Notebook vor. Hierbei können Sie ein echtes Notizbuch verwenden, ebenso wie digitale Tools wie z.B. Microsofts OneNote oder Evernote. Das Notizbuch wandert dabei durch das komplette Team, so dass jeder mindestens einmal die Möglichkeit bekommt,  die eigenen  Ideen in diesem Notizbuch zu hinterlegen. Von Person zu Person wächst die Anzahl der Ideen und das Potential, neue Assoziationen zu bilden und mit den vorhandenen Ideen zu kombinieren.

 

Von den alten Griechen wissen wir, dass Bewegung und Kreativität Hand in Hand gehen. Daher ist auch Brainwalking ein hilfreicher Ansatz. Dazu werden geeignete Medien zum Notieren von Ideen als Stationen eines Parcours aufgebaut, den das kreative Team Station für Station abgeht, und Ideen ähnlich wie im Brainstorming gesammelt. Die Dynamik aus der Bewegung setzt in der Regel eine höhere Energie frei, als wenn Gruppen sich zusammen setzen.

 

2. Analogie

 

Um komplexere Lösungsansätze zu entwickeln, setzen Sie auf die Kraft der Analogie. Die besten Vorlagen dazu liefert uns oft die Natur. Denken Sie nur an die Stromlinienform von Haien, die der Karosserie von Sportwagen als Vorlage dient. Hierbei hilft es sehr, nicht im selben Themengebiet nach Lösungen zu suchen, sondern möglichst fachfremde Szenarien zu bilden, die nicht im direkten Zusammenhang mit der Problemwelt stehen. Das fördert „Querdenken“. Wir nehmen andere Perspektiven ein und lassen uns nicht vom Problembewusstsein unserer Situation beschränken. Wie finden wir Analogie? Falls Sie keine spontanen Ideen haben, machen Sie sich auf die Suche nach Bildern, die aus einem fachfremden Zusammenhang stammen und sammeln Sie dazu Assoziationen. Die so entstehende Themenwelt nutzen Sie, um Ideen für Ihre Lage abzuleiten. Falls sie kein visueller Typ sind, können Sie über Sprache arbeiten, indem Sie ein Hauptwort als Quelle für Assoziationen wählen. Vermeiden Sie in beiden Varianten die Wahl von Bildern oder Begriffen, die in engem Zusammenhang mit Ihrer Problemwelt stehen. Sonst bleiben Sie mit hoher Wahrscheinlichkeit in Ihren kreativen Blockaden stecken.

 

3. Analytisch -systematische Methoden

 

Um Teams in eine produktive Kreativität zu leiten, gibt es auch zahlreiche prozessorientierte Methoden, die unterschiedliche Ansätze für verschiedene Zielgruppen bieten. Das trägt den unterschiedlichsten Teamdynamiken Rechnung, die in der Praxis auftreten und die vorgenannten Ansätze behindern können.

 

Der Morphologische Kasten z.B. arbeitet ähnlich den bekannten Fahrzeugkonfiguratoren der Autohersteller. Ihr Thema wird tabellarisch in verschiedene Kategorien (Zeilen) zerlegt, für die Sie  verschiedene Variationen (Spalten) entwickeln und Impulse sammeln. Dieses sehr analytische Verfahren kombiniert am Ende die besten Variationen je Kategorie zu einer neuen Lösung.

 

Die Osborne Checkliste bedient sich dagegen einer systematischen Fragetechnik. Auf welche Art kann eine Veränderung angegangen werden? Um das herauszufinden, wird ein Fragen Katalog mit standardisierten Fragen angelegt und durchgegangen. Zum Beispiel: Wie kann ich eine Sache vergrößern, verkleinern, umkehren/ vergleichbar mit anderen Dingen einsetzen?

 

Während diese Methoden voraussetzen, dass sie bisher schon etwas haben, an dem Sie etwas verändern wollen, setzen andere Methoden auf die Schaffung völlig neuer Ergebnisse. Sehr bekannt ist die nach Walt Disney benannte Methode. Diese arbeitet mit drei Rollenperspektiven, die in einem sich wiederholenden Prozess so lange durchlaufen werden bis ein ausgereiftes Ergebnis erreicht wird: dem Träumer, der völlig frei eine Idealvorstellung entwickelt, der Realisierer, der definiert, wie diese Vorstellung umgesetzt werden kann und welche Ressourcen und Maßnahmen es dafür braucht, und den Kritiker, der Lücken, Schwachstellen und Risiken aufzeigt, damit die beiden anderen Rollen in den folgenden Durchläufen den Ansatz verbessern.

 

Auch die 6 Denkhüte nach Edward de Bono stellen ein solches Vorgehen dar, in dem die systematische Einnahme sechs unterschiedlicher und z.T. sehr gegensätzlicher Perspektiven eine ganzheitliche Betrachtung sicher stellt. Dieses Verfahren beinhaltet die Analyse von Situationen und kann mit Assoziations- und Analogiemethoden kombiniert werden. Es eignet sich somit auch als Lessons Learnt-Methode.

 

Und falls all diese Methoden sie nicht weiterführen sollten, dann probieren Sie es doch einmal damit, jemanden, der mit ihrem Themengebiet nichts zu tun hat, dazu zu befragen. Am besten jemanden Fachfremdes, der mit Ihrer Problemwelt gar nichts zu tun hat. So nutzen Sie das größtmögliche Querdenkerpotenzial.

 

Ich hoffe, Ihnen macht dieser Einblick in die Welt der Kreativitätstechniken Lust auf mehr. Nutzen Sie meine Kontaktdaten und vereinbaren Sie ein kostenloses Beratungsgespräch, wie Sie konkret die kreativen Blockaden in Ihrem Team überwinden und zu innovativen Lösungsansätzen kommen können. Die genannten Ansätze und viele weitere Techniken finden sie auch in folgenden Büchern:

Jiri Scherer – Kreativitätstechniken

Michael Luther – Das große Handbuch der Kreativitätstechniken

Claudia Bayerl – 30 Minuten für Kreativitätstechniken

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